6DOF-Kovarianzen in DTRACK: Tracking-Qualität online überwachen
DTRACK kann 6DOF-Kovarianzen ausgeben — so aktivieren Sie die Option und nutzen Referenzwerte, um kalibrierungsbedingte Qualitätsverluste früh zu erkennen, bevor Tracking ausfällt.
Tracking-Qualität früh erkennen — nicht erst bei Ausfällen
Wenn die Tracking-Qualität nachlässt, sind oft kalibrierungsbezogene Ursachen im Spiel: verschobene Kameraorientierung (EOR), veränderte Kameraparameter (IOR) oder unpassende Body-Kalibrierungsdaten. Besonders EOR-Änderungen — durch Temperatur, Gebäudebewegung oder leicht verschobene Montagen — können sich schleichend über Tage oder Wochen entwickeln.
Für manche Anwendungen reicht es nicht, erst bei Tracking-Unterbrechungen oder Erkennungsproblemen zu reagieren. DTRACK kann optional 6DOF-Kovarianzen im Datenstrom ausgeben — ein Weg, Verschlechterungen vor sichtbaren Tracking-Problemen zu erkennen.
(Der Guide gilt für DTRACK3 und DTRACK4 mit Einzelkameras ARTTRACK5, ARTTRACK6/M und AT7-50/80 sowie für SMARTTRACK.)
Hintergrund zu typischen Kalibrierungsursachen und dem 2D Monitor: Die Tracking-Qualität lässt nach? → Neue Raumkalibrierung zuerst.
Kovarianz-Ausgabe aktivieren
DTRACK3
Die Ausgabe von 6DOF-Kovarianzen erfordert eine ergänzende Lizenz, die Sie über Ihren ART-Ansprechpartner erhalten. Nach Aktivierung steht die Option im Menü Tracking → Output zur Verfügung. Für 3D-Marker kann zusätzlich eine 3DOF-Kovarianz aktiviert werden.
DTRACK4
In DTRACK4 ist die 6DOF-Kovarianz-Ausgabe ohne Zusatzlizenz verfügbar — ebenfalls unter Tracking → Output, zusammen mit der 3DOF-Kovarianz für 3D-Marker.
Grundprinzip: Referenzdatenbank anlegen
Die Kovarianz-Werte beschreiben die statistische Unsicherheit der gemessenen 6DOF-Daten. Sinnvoll werden sie, wenn Sie sie mit Referenzwerten vergleichen:
- Direkt nach einer sorgfältigen Neukalibrierung (Room Calibration, bei Bedarf auch Body Calibration) Kovarianz-Daten erfassen.
- Eine Datenbank mit Referenz-Kovarianzen für einen oder mehrere Bereiche des Messvolumens anlegen — mit denselben starren Körpern, die später im Betrieb getrackt werden.
- Im laufenden Betrieb die Kovarianzen aus dem DTRACK-Datenstrom mit den Referenzwerten vergleichen.
- Liegen die aktuellen Werte im gleichen Volumen (und für dasselbe Target) deutlich schlechter als die Referenz, deutet das auf ein kalibrierungsbezogenes Problem hin — Sie können Nutzer warnen, bevor die Anwendung ausfällt.
Wie die Referenzdatenbank konkret aufgebaut wird, hängt stark von der jeweiligen Anwendung ab. Eine allgemeine Bewertungslogik kann DTRACK deshalb nicht übernehmen — die Auswertung implementieren Sie in Ihrer Anwendung.
Whitepaper mit Details und Beispielcode
Ausführliche Beschreibung, Interpretation der Kovarianz-Matrizen und Beispielcode für Programmierer finden Sie im Whitepaper:
DTRACK3 & DTRACK4 — 6DOF Covariances (PDF)
Weiterführend
- Sync Groups in DTRACK — zeitversetztes Blitzen bei Mehr-Ebenen-Setups
- Target-Kalibrierung: Praxis-Tipps — saubere Body-Kalibrierung als Basis
- DTRACK4 Features — Software-Funktionen im Überblick
- Technische Beratung — Lizenzierung (DTRACK3), Setup oder Auswertung in Ihrer Anwendung