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ART — Advanced Realtime Tracking
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Direkte Posesteuerung von Industrierobotern mit ART-Tracking — TU Berlin IWF

Geschlossene Regelung eines FANUC-Roboters mit ARTTRACK5 / AT7-80 und DTRACK: Positions- und Orientierungsfehler um rund 90 % reduziert — Kooperation TU Berlin IWF und ART.

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Optisches Tracking für präzise Industrierobotik

Industrieroboter sind schnell und flexibel — ihre absolute Posegenauigkeit reicht für viele Bearbeitungsaufgaben (Fräsen, Additive Fertigung, Umformen) aber oft nicht aus. In einem Gemeinschaftsprojekt mit ART hat das Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb (IWF) der Technischen Universität Berlin eine geschlossene Posesteuerung (Direct Pose Control) realisiert: Messdaten eines ART-Tracking-Systems korrigieren die Roboterpose in Echtzeit.

Ergebnis: Positions- und Orientierungsfehler konnten im statischen Fall um über 90 %, im dynamischen Fall um rund 90 % reduziert werden — auch unter äußerer Belastung am Endeffektor.

Das Projekt zeigt, wie optisches 6DOF-Motion-Tracking in der Human-Robot Interaction und in der industriellen Fertigung die Lücke zwischen programmierter und realer Pose schließt. Siehe auch unsere Lösungen unter Robotik & Human-Robot Interaction.

Geschlossene Regelung: Sollpose, ART-Messung und Korrektur am Roboter (nach Uhlmann et al., siehe unten)
Geschlossene Regelung: Sollpose, ART-Messung und Korrektur am Roboter (nach Uhlmann et al., siehe unten)

Setup: FANUC-Roboter und ART-Kameras

Industrieroboter: FANUC M-900iB/700

  • Traglast 700 kg
  • Reichweite bis ca. 2,8 m
  • Option Dynamic Path Modification (DPM) am Controller R-30iB

ART-Tracking:

  • Vier Kameras ARTTRACK5 bzw. AT7-80 mit DTRACK
  • Dreiseitiges Target aus flachen und kugelförmigen passiven Markern, montiert am Aktor des Roboters
Passives Target mit flachen und kugelförmigen Markern für die Roboterpose (nach Uhlmann et al., siehe unten)
Passives Target mit flachen und kugelförmigen Markern für die Roboterpose (nach Uhlmann et al., siehe unten)

Die redundante Kameraanordnung liefert stabile 6DOF-Daten der Endeffektor-Pose — Grundlage für die Echtzeitkorrektur.

ART AT7-80 Tracking-Kamera
ART AT7-80 Tracking-Kamera

Systemarchitektur FaRoC

Die Anbindung an den FANUC-Controller erfolgt über die Python-/Karel-Bibliothek FaRoC (Fanuc Robot Control — eine Entwicklung des IWF der Technischen Universität Berlin) mit TCP/IP und UDP/IP. Im Vergleich zu ASCII-Schnittstellen nutzt FaRoC ein binäres Datenformat:

  • kürzere Kommunikationszyklen
  • größere nutzbare Datenströme
  • keine Rundungsfehler durch Textkodierung
FaRoC-Systemarchitektur: Tracking, Regelung und FANUC-Controller (nach Uhlmann et al., siehe unten)
FaRoC-Systemarchitektur: Tracking, Regelung und FANUC-Controller (nach Uhlmann et al., siehe unten)

FaRoC ermöglicht Trajektorienkorrekturen mit einer Zykluszeit von ca. 8,5 ms. Der Posefehler (Sollpose minus gemessene Pose) ist Eingang für Offset-Werte, die über die DPM-Schnittstelle an den Controller gehen.

Experimentelle Ergebnisse

FallPositionsfehlerOrientierungsfehlerBelastung
Statisch−98 %−93 %bis 1500 N
Dynamisch (50 mm/s)−92 %−87 %bis 2300 N

Die Reduktion gilt gegenüber dem Betrieb ohne Direct Pose Control. Auch unter signifikanter äußerer Kraft am Endeffektor blieb die Korrektur wirksam.

FANUC-Roboter mit ART-Target am Aktor (nach Uhlmann et al., siehe unten)
FANUC-Roboter mit ART-Target am Aktor (nach Uhlmann et al., siehe unten)

Publikation

Eckart Uhlmann, Mitchel Polte, Julian Blumberg und Oliver Sobiak:
Real-time direct pose control of industrial robots with proprietary robot controller based on a redundant camera tracking system
18th CIRP Conference on Intelligent Computation in Manufacturing Engineering, 2024, Neapel
DOI: 10.1016/j.procir.2026.01.049

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